Sternwarte
Auf dieser Seite stelle ich meine Sternwarte und mein Equipment vor, das ich viele Jahre mobil - vorwiegend in der Eifel und im eigenen Garten - genutzt habe. Nach dem Einstieg in die CCD-Astrofotografie gestalteten sich die Exkursionen in die Eifel aber immer aufwändiger. Die umfangreiche Ausrüstung musste jedes Mal verladen, 50 km transportiert und aufgebaut werden. Alleine die Logistik nahm also sehr viel kostbare Zeit in Anspruch. Zwar ist der Himmel in der Eifel mit visuellen Grenzgrößen um 6,0 mag noch recht gut, doch bietet auch mein eigener Garten in guten Nächten visuelle Grenzgrößen bis 5,0 mag. Zudem kann die Lichtverschmutzung mit der CCD-Technik wesentlich besser beherrscht werden als mit konventioneller Fotografie. Erste CCD-Aufnahmen in meinem Garten haben sehr ermutigende Ergebnisse erbracht, so dass die Vorteile einer Sternwarte unmittelbarer am Haus aus meiner Sicht den Nachteil der schlechteren Beobachtungsbedingungen mehr als ausgleichen. Außerdem ermöglichen mir meine Namibia-Reisen alle paar Jahre den Genuss eines wirklich perfekten Sternhimmels.
Nach langem Überlegen habe ich mich daher entschlossen, im Jahr 2006 - wie viele andere Amateurastronomen vor mir - die eigene Gartensternwarte in Gestalt einer Rolldachhütte zu realisieren. Anfängliche Überlegungen, ein Baumarkt-Gartenhaus umzubauen, habe ich aufgrund des Aufwandes schnell wieder verworfen. Recherchen im Internet führten mich zu Ralf Hannig, der auf seiner Homepage den Bau einer Rolldachhütte beschreibt und in Zusammenarbeit mit einem Hersteller von Gartenhäusern solche Sternwarten in solider Ausführung anbietet. Nach eingehender Beratung mit Herrn Hannig entschied ich mich für den Bau einer Rolldachhütte mit einem Innenmaß von 2,50 x 2,50 m², was für meine Instrumente und einen Arbeitsplatz ausreichend ist.
Begünstigt durch eine anhaltende Schönwetterphase begannen Anfang Juni 2006 mit dem Verlegen eines Erdkabels zur Baustelle die Erdarbeiten, die mit dem Gießen der Betonsäule und der Herstellung eines Fundaments mit einem stabilen, immerhin 40 cm starken Unterbau aus verdichteter Lava endeten. Wenn ich heute zurückblicke waren die Erdarbeiten in der zwar beständig schönen, aber mit teilweise über 35 Grad auch extrem heißen Wetterphase im Juni 2006 der weitaus anstrengendste Teil der Bauarbeiten. Nicht nur, dass der Boden extrem hart war, es mussten auch 5 m³ Erdaushub mit der Schubkarre in einen Container befördert und umgekehrt 3 m³ Lava und später 1,5 m³ Plattenmischung in die Baugrube befördert werden. Ich erinnere mich an einen "Spitzentag", an dem ich 6 Liter (!) Mineralwasser getrunken (und wieder ausgeschwitzt) habe.
Im Innenraum erfolgten im Oktober 2006 die Versiegelung des Fußbodens, die Elektroinstallation und die Adaption der Montierung an die Säule. Nach langer Planungs- und Bauphase hat am 30. Oktober 2006 endlich das Firstlight stattgefunden!
Den Aufbau meiner Sternwarte habe ich auch in einer GIF-Animation (1,2 MB!) dargestellt - 2 Tage im Zeitraffer (27 Sekunden).
Darüber hinaus werde ich sowohl den Bau als auch die fertige Sternwarte hier bald ausführlich vorstellen; bis dahin gibt es nachfolgend noch einen vorläufigen Überblick über die wesentlichen Teile meiner astronomischen Ausrüstung.
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Die Bilder zeigen das Hauptinstrument auf seiner Montierung mit visuellem bzw. astrofotografischem Zubehör. Detaillierte Beschreibungen der Systemkomponenten erhalten Sie über die unten stehenden Links. |
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Triplet-Apochromat "Starfire" EDF-S von Astro Physics Das Teleskop hat eine Öffnung von 130 mm (5,1"), eine Brennweite von 780 mm (f/6) und ein Auflösungsvermögen von 0,87". Der feststellbare Okularauszug (2,7") verfügt über einen sehr feinen, spielfreien Feather-Touch-Trieb. Die Optik bildet sehr kontrastreich und absolut farbfehlerfrei ab. Der Sterntest zeigt intra- und extrafokal ein ideales Beugungsscheibchen. Optisch und mechanisch ist dieses Teleskop - wie bei Astro Physics nicht anders zu erwarten - als perfekt zu bezeichnen. Als Sucherfernrohr dient der beleuchtete Baader-Superfinder 9x60. |
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Montierung "New Atlux" von Vixen mit Skysensor 2000 PC Die Montierung gehört mit einem Gewicht von 18 kg zu den schweren Montierungen. Sie ist mit leistungsfähigen Servo-Motoren ausgestattet, die mit bis zu 500-facher siderischer Geschwindigkeit angesteuert werden können und damit echten Goto-Betrieb ermöglichen. Schön ist die moderne, gedrungene Form, die der Stabilität zu Gute kommt. Die Montierung verfügt über einen genauen, regelbar beleuchteten Polsucher für Nord- und Südhimmel sowie eine einziehbare Gegengewichtsstange, die mit rotiert, so dass hier zusätzliche Kameras angebracht werden können. "Kabelsalat" gibt es nicht, denn alle Motorkabel sind innenliegend. Nur die Stromzuführung (12 V) und das Kabel zum Skysensor 2000 PC, über den die Ansteuerung erfolgt, sind notwendig. Der Skysensor 2000 PC ist ein vielseitiges Steuergerät, dass bei mir bisher keine Wünsche offen lässt. Autoguider und gängige Planetariumssoftware können angeschlossen werden. Die Genauigkeit der Nachführung habe ich zwar noch nicht vermessen. Sie scheint aber hervorragend zu sein, denn meine CCD-Kamera wird im Selfguiding-Modus hervorragend nachgeführt. |
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Astrofotografie Zur Astrofotografie wird das Teleskop mit einem Field-Flattener (Astro Physics) ausgerüstet. Dahinter sieht man die CCD-Kamera ST-2000XM (SBIG) mit Farbfilterrad CFW-8. Dieses ist mit einem RGB-Filtersatz von SBIG, einem H-alpha-Filter (13 nm) von Astronomik und einem UV/IR-Sperrfilter bestückt. Zusätzlich wird meist noch ein IDAS-LPS-Filter zur Reduzierung der Lichtverschmutzung in den Strahlengang eingebracht. Die CCD-Kamera verfügt über 1600x1200 je 7,4x7,4 µm² große Pixel mit Anti-Blooming-Gate und einen separaten Nachführ-Chip (TC-237). Gesteuert wird die Kamera von einem museumsreifen "Uralt-Laptop" überwiegend mit dem Programm CCD-Soft. Seit kurzem erlaubt zusätzlich eine Canon 20D, die mir hauptsächlich zur allgemeinen Fotografie dient, komfortable Astrofotografie z. B. des Mondes. Konventionelle Astrofotografie wird mit zwei Gehäusen Olympus OM-1 betrieben, wobei neben dem Teleskop Festbrennweiten (Olympus) von 28, 50, 135 und 300 mm zum Einsatz kommen. Die Nachführung erfolg mit der ST-4 (SBIG) an einem kleinen Achromaten mit 80 mm Öffnung und 400 mm Brennweite. |
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Zur visuellen Beobachtung stehen ein Maxbright-Zenitspiegel (2") von Astro Physics und verschiedene Okulare von Tele Vue zur Verfügung, deren Vergrößerungen, soweit sie über einen 1,25"-Anschluss verfügen, mit einer 2-fach Barlowlinse (Tele Vue, 1,25") verdoppelt werden können. Damit ist eine dem jeweiligen Objekt entsprechende fein abgestufte Wahl der Vergrößerung möglich.
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